Ohne Abgas von Berlin zur Müritz

PolūCharge liefert erste Ladesäule für Elektroboote nach Zehdenick – weitere Förderung nötig.

Ohne Abgas mit dem Boot unterwegs sein, das ging bisher nur mit Muskelkraft oder unter Segeln. In Zehdenick ist heute (20. Mai) die erste von vier Ladestation für Elektroboote in Dienst genommen worden. Geliefert hat die erste Station das Start-Up PolūCharge aus Mecklenburg. „Gerade rechtzeitig zum Saisonstart“ ist die „PolūCharge Plug 2“ in der East- West-Marina am Prerauer Stich ans Netz gegangen, freut sich Gründer Mats Kuhnle (26), der selbst am und auf dem Wasser groß geworden ist.

 

Zwei Boote können ab sofort mit 11 bis 22 kW Ladeleistung aufgeladen werden, die Säule sieht dafür zwei Typ-2-Steckdosen vor, wie sie auch bei E-Autos verwendet wird. Außerdem kann gleichzeitig das Bordnetz (für Kühlschrank und Licht an Bord) über die gewohnten blauen CEE-Steckdosen mit 3,7 kW geladen werden. Gebaut wurde die Ladesäule bei dem Partnerunternehmen „it-Parts“ in Stuttgart. „Viele Teile sind dort selbst mit dem 3-D-Drucker hergestellt worden, damit alles optimal zusammenpasst und sicher funktioniert“ , sagt Kuhnle. Bezahlen können Bootfahrer den geladenen Strom direkt an der Säule über ein kontakloses Zahlungsterminal mit Kreditkarte oder Handy/Smartwatch. Es ist keine extra App erforderlich.

 

Die „PolūCharge Plug 2“ ist die erste Ladesäule eines Projektes, bei dem der Landkreis Oberhavel, auf Initiative der Wirtschaftsfördergesellschaft WInTO insgesamt vier Ladestationen zwischen Oranienburg und der Fürstenberg / Havel fördert. Die anderen drei Ladepunkte werden nicht von PolūCharge geliefert und sind für Ende 2026 angekündigt. Zusammen mit der ersten (bereits vorhandenen) PolūCharge-Ladestation im Hafendorf Müritz, ist diese Modellregion ein wichtiger Schritt, um eines Tages ohne Abgas von Berlin an die Müritz zu fahren.

 

„Der nächste logische Schritt ist jetzt, die Förderung auf weitere Landkreise bzw. Bundesländer auszuweiten und das Repowering von Charterbooten zu unterstützen“ , sagt Mats Kuhnle mit Blick auf die Zukunft. Elektromobilität auf dem Wasser wird nur als zusammenhängendes Netz funktionieren. Auch mit der Umrüstung von Diesel- auf Elektroantrieb ließe sich viel CO-2 einsparen, weil Charterboote im Vergleich zu Privatbooten auf viel mehr Betriebsstunden kämen. „Wenn es hier eine kluge Förderung für Charterunternehmen gäbe, könnte das der Elektromobilität auf dem Wasser den entscheidenden Schub geben. “

 

 

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